Deutsche Meisterschaft un Weltcup in Schenefeld

29.08.2010

Julia Mestern ist neue Deutsche Meisterin, deutsche Teilnehmer für WEG in Kentucky nominiert

von Uta Helkenberg
Schenefeld (fn-press). Julia Mestern aus Sylfeld bei Bargteheide ist neue Deutsche Meisterin der Vielseitigkeitsreiter. Dank einer abschließenden Nullrunde im Parcours blieb es für die 34-Jährige und ihr Pferd FRH Schorsch beim Dressurergebnis von 39,0 Minuspunkten, mit denen sie ihren ersten Titelgewinn besiegelte. "Sensationell, besser geht's nicht", sagte die frisch gebackene Meisterin bei der Siegerehrung gerührt. "Es war ja schwierig mit der Vorbereitung. Ich hatte mir im Frühjahr den Fuß gebrochen. Aber Schorsch war Spitze!"

Auf dem zweiten Platz landete wie schon im Vorjahr Michael Jung (Horb) mit Weidezaunprofi's River of Joy (39,2). Auch Jung blieb im Springen fehlerfrei und das nicht nur einmal, sondern mit allen drei Pferden, die er in Schenefeld am Start hatte. Mit diesen, FBW La Biosthetique Sam (39,8) und Leopin (47,0), belegte er die Plätze drei beziehungsweise vier in der internationalen Wertung. Da allerdings nur ein Pferd pro Reiter für die Meisterschaft gewertet wird, ging die Bronzemedaille an Titelverteidigerin Ingrid Klimke (Münster), die sich mit FRH Butts Abraxxas zwei Abwürfe im Springen geleistet hatte (47,6).



28.08.2010

Julia Mestern übernimmt Führung nach Gelände

von Uta Helkenberg
Schenefeld (fn-press). Bei den Deutschen Meisterschaften der Vielseitigkeitsreiter in Schenefeld hat es einen Führungswechsel gegeben. Mit der schnellsten Geländerunde schob sich Julia Mestern aus Sylfeld bei Bargteheide mit FRH Schorsch an den übrigen Titelbewerbern vorbei und startet damit morgen von der Pole Position ins abschließende Springen. Mit ihrem Dressurergebnis von 39,0 Minuspunkten liegt die 34-Jährige vor Michael Jung (Horb) mit Weidezaunprofi's River of Joy (39,2) und Titelverteidigerin Ingrid Klimke (Münster) mit FRH Butts Abraxxas (39,6).

Mit ihrer Vorstellung meldete sich die zweimalige Boekelo-Gewinnerin nach einer viermonatigen Verletzungspause ("Ich habe mir den Mittelfußknochen gebrochen.") eindrucksvoll im Spitzensport zurück. In weniger als sieben Minuten kam das Paar ins Ziel der 4.000 Meter langen Geländestrecke. "Es war gar nicht meine Absicht so schnell zu sein. Aber Schorsch hat eine Riesengaloppade und verliert am Sprung keine Zeit", sagte Mestern. "Es hätte auch noch schwerer sein können, heute hätte er alles gemacht."

Während Mestern vom fünften Platz nach Dressur an die Spitze kletterte, ließ es die Dressur-Führende Ingrid Klimke mit FRH Butts Abraxxas ruhiger angehen. "Ich bin extra ohne Uhr geritten und habe Braxxi so gehen lassen, wie er es anbot. Lediglich in den Wendungen habe ich ihn etwas herausgenommen." Anders nach den anhaltenden Regenfällen am Freitag befürchtet, sei der Boden gerade an den Absprung- und Landestellen der Hindernisse sehr gut gewesen, so Klimke.

Damit liegen die ersten vier Paare vor dem Springen keinen Punkt auseinander, wobei Michel Jung gleich zwei Eisen für eine Medaille im Feuer hat. Der 28-jährige Horber drehte drei gute Runden durch das Schenefelder Gelände. Als erster Starter mit Leopin (47,0/Platz fünf), in der Mitte des insgesamt 25 Teilnehmer zählenden Starterfeldes mit Weidezaunprofi's River of Joy sowie als Letzter mit seinem Championatspferd FBW La Biosthetique Sam. Mit diesem brachte er das Kunststück fertig, exakt in der erlaubten Zeit von sieben Minuten und zwei Sekunden ins Ziel zu kommen (39,8/Platz vier). "Ich habe im Moment einfach paar tolle Pferde", sagte Jung bescheiden.

Ein Sieg in Schenefeld würde für Jung den ersten DM-Titel bei den Senioren bedeuten. Weltcuppunkte sammeln braucht der 28-Jährige in Schenefeld hingegen nicht mehr. Schon vor der letzten Wertungsprüfung, in deren Rahmen die DM ausgetragen wird, stand Michael Jung inoffiziell als Sieger der Serie fest. "Eine Einladung zur Preisverleihung haben wir zumindest schon bekommen", berichtete Vater Joachim Jung. Zwölf Stationen hatte der Weltcup in diesem Jahr. Als Einziger konnte Jung gleich zwei Siege für sich verbuchen und das auch noch mit exzellenten Ergebnissen. Damit führt er die Serie die in diesem Jahr erstmals nicht in einem eigenen Finale endet, mit einem Gesamtstand von 142 Punkten an. Für seine deutschen Mitstreiter besteht hingegen die Möglichkeit durch gute Leistungen in Schenefeld ebenfalls noch von der mit insgesamt 180.000 US-Dollar dotierten Serie zu profitieren.

Noch wichtiger ist es für die meisten von ihnen allerdings, sich einen Platz im deutsche Team bei den Weltreiterspielen in Kentucky/USA (25. September bis 10. Oktober) zu sichern. Mit einer Nullrunde kam Simone Deitermann mit Free Easy NRW ins Ziel. Die Saerbeckerin hatte es allerdings sehr ruhig angehen lassen und fiel mit Zeitfehlern vom dritten Platz nach Dressur auf den zwölften Platz zurück. "Ich bin trotzdem super zufrieden", sagte Deitermann, die gerade beim Weltcupturnier in Malmö Platz zwei belegt hatte. Mit einer sicheren Geländerunde konnte auch Andreas Dibowski (Döhle) mit FRH Fantasia überzeugen (50,6/Platz sieben). Sein eigentliches Championatspferd Euroridings Butts Leon hatte für das Gelände Dispens. Eine gute Vorstellung zeigte auch Dirk Schrade (Döhle) mit Gadget de la Cere (48,4/Platz sechs), musste jedoch mit seinem Pau-Sieger King Artus am Coffin aufgeben. Fehlerfrei blieb auch Kai Rüder (Blieschendorf) mit Leprince des Bois, der sich damit ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk machte. Er belegt mit 50,6 Minuspunkten Platz acht vor einem weiteren Longlist-Reiter, Andreas Ostholt (Warendorf) mit Franco Jeas (52,2). Dessen Bruder, Mannschafts-Olympiasieger Frank Ostholt (Warendorf) hatte mit Mr. Medicott im Gelände weniger Glück. Er kam am Wasserhindernis aus dem Sattel und musste ausscheiden. "Schade. Mein Pferd ist vertrauensvoll zugesprungen und beim Landen gestolpert. Bis dahin lief alles gut", sagte Ostholt enttäuscht.

Noch ist allerdings keine Entscheidung gefallen. Wie die WM-Aufstellung aussieht, gibt der Vielseitigkeitsausschuss des Deutschen Olympiade-Komittees morgen nach dem Springen bekannt.



27.08.2010

Titelverteidigerin Ingrid Klimke führt nach Dressur

von Uta Helkenberg
Schenefeld (fn-press). In Schenefeld bei Hamburg hat heute die internationale Vielseitigkeit mit der Deutschen Meisterschaft begonnen. Nach der Dressur führt Titelverteidigerin Ingrid Klimke (Münster) mit FRH Butts Abraxxas (34,8 Minuspunkte) vor dem Vorjahres-Zweiten Michael Jung (Horb) mit Weidezaunprofi's River of Joy (37,4). Insgesamt bewerben sich 22 deutsche Paare innerhalb der als internationale Drei-Sterne-Prüfung ausgeschriebenen Meisterschaft um den Titel.

"Ich bin froh, dass Braxxi so mitgemacht hat", lobte Klimke ihr Pferd nach ihrer Vorstellung, denn durch den anhaltenden Regenfall hatten die Pferde den Hufschlag des Dressurvierecks zunehmend aufgewühlt. Für die Mannschafts-Olympiasiegerin geht es in Schenefeld wie für die anderen deutschen Topreiter nicht nur um Meisterehren, sondern auch um die Fahrkarten zu den Weltreiterspielen in Kentucky/USA (25. September bis 10. Oktober). Sechs Paare dürfen die Deutschen zu den WM entsenden, um dort den Mannschaftstitel zu verteidigen.

Zwei potenzielle WM-Kandidaten belegen die Plätze drei beziehungsweise vier: Simone Deitermann (Saerbeck) mit Free Easy NRW (37,4) und Kai Rüder (Blieschendorf) mit Leprince des Bois (38,6). Ebenfalls zur engen Wahl für den USA-Start gehört Michael Jung mit seinem zweiten Pferd FBW La Biosthetique Sam, mit dem er im vergangenen Jahr Dritter bei den EM wurde. Er landete nach der Dressur auf Platz sechs (39,8). "Als letzte Starter haben wir einen kleinen Boden-Bonus bekommen", kommentierte der Vater von Michael Jung das Ergebnis.

Auch die übrigen WM-Kandidaten konnten sich am ersten Tag der Meisterschaft gut behaupten. Dirk Schrade (Sprockhövel) belegte mit King Artus (40,6) und Gadget de la Cere (40,8) die Plätze sieben beziehungsweise acht, gefolgt von Andreas Dibowski (Döhle) mit Euroridings Butts Leon (41,8) und FRH Fantasia (42,2). Für den Weltranglisten-Ersten und sein Olympiapferd Leon ist die Prüfung in Schenefeld nach der Dressur aber schon fast zu Ende. Für das Gelände hat das Paar Dispens. "Die Beiden haben in diesem Jahr schon so viel geleistet. Sie brauchen hier nichts mehr zu beweisen", sagte Bundestrainer Chris Bartle (Großbritannien). Mit 46,8 Punkten kam Frank Ostholt (Warendorf) mit Mr. Medicott vom Viereck und belegte damit Platz zwölf.

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