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Pony-EM: Gold für Marisa Braig - Silber für deutsches Team
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Donnerstag - 29.Juli 2010
Parallel zum zweiten Teil der Mannschaftsdressur, die mit einer "historischen" Silbermedaille für den Seriensieger Deutschland endete, und dem ersten Springen fand heute auch der erste Teil der Vielseitigkeit, die Dressur, statt. Nach der Hälfte der Starter liegt hier die Britin Grace Walker im Sattel des ehemaligen Europameisters Noble Springbok in Führung. Für ihre Vorstellung gab es 46,9 Minuspunkte. Die ersten beiden deutschen Teamreiterinnen, Flora Reemtsma (Groß Walmstorf) mit Pamira LK und Saskia Wasserberg (Rhauderfehn) mit Lady Leslie, kamen mit 50,0 (Platz drei) beziehungsweise 67,1 (Platz 18) aus dem Viereck. Besser schnitt Einzelreiterin Stefanie Bendfeldt (Stöttwang) mit Dara ab. Sie rangiert nach der Zwischenwertung mit 47,6 Minuspunkten auf dem zweiten Platz im Zwischenstand. Nach der Besichtigung der Geländestrecke, ist sich Bundestrainer Fritz Lutter (Warendorf)allerdings sicher, "dass diese EM nicht auf dem Viereck entschieden wird. Wie bei einer EM in England zu erwarten war, hat es das Gelände in sich." Seine ersten Eindrücke vom Kurs schilderte Lutter wie folgt: "Hoch, weit, breit und vor allem technisch sehr anspruchsvoll. Ich würde mal sagen 'Klein-Luhmühlen." Für die jungen Buschreiter geht es morgen aber zunächst mit der Dressur weiter. Für Deutschland gehen dann noch die beiden Teamreiterinnen Michelle Mothes (Rodewisch) mit Twobits und Marisa Braig (Niederbiegen) mit Andy an den Start, außerdem Lena Ostrowicki (Niederkassel) mit Aircraft als Einzelreiterin.
Freitag - 30.Juli 2010
Bishop Burton/GBR (fn-press). Einen guten Start hat das deutsche Vielseitigkeitsteam bei den Pony-Europameisterschaften im britischen Bishop Burton erwischt. Nach der Dressur rangiert die deutsche Mannschaft mit rund sieben Minuspunkten Vorsprung vor Großbritannien auf Platz eins.
Ihre gute Ausgangslage für die beiden noch folgenden Teilprüfungen verdanken die Deutschen vor allen Michelle Mothes (Rodewisch) mit Twobits und Schlussreiterin Marisa Braig (Niederbiegen) mit Andy, die mit lediglich 44,30 (Platz vier) beziehungsweise 44,50 Minuspunkten (Platz fünf) das Viereck verließen. "Marisa Braig und Andy waren ja im vergangenen Jahr schon bei der EM dabei und haben die Erwartungen hier in Bishop Burton voll erfüllt. Bei Michelle Mothes hat sich das intensive Dressurtraining über den Winter ausgezahlt. Sie ist zwar erst 14 Jahre alt, reitet aber schon lange Geländeprüfungen, nur mit der Dressur hat es bisher immer ein bisschen gehakt. Es ist toll zu sehen, wie sie sich in diesem Jahr verbessert hat", sagte der zuständige Bundestrainer Fritz Lutter (Warendorf). Zusammen mit den 50,0 Minuspunkten von Flora Reemtsma (Groß Walmstorf) mit Pamira LK, einer weiteren neuen Kombination im Team, haben die Deutschen vor dem Gelände 138,8 Punkte auf dem Konto. Das Streichergebnis in der Dressur stammt von Saskia Wasserberg (Rhauderfehn) mit Lady Leslie (67,1 Minuspunkte). "Das war jetzt nicht so überraschend. Saskias Stärken liegen einfach im Gelände und im Springen. Und diese werden wir in den nächsten Tagen noch gut brauchen können", sagte Lutter, der das Paar bewusst als erste Starter ausgewählt hat. "Ich zähle darauf, dass Saskia morgen eine sichere Nullrunde geht und damit die anderen motiviert."
Auf aussichtsreicher Position rangiert nach der Dressur auch die deutsche Einzelreiterin Stefanie Bendfeldt (Stöttwang) mit Dara. Mit 47,6 Minuspunkten startet sie von Platz neun ins Gelände. Nicht am Start war dagegen die zweite deutsche Einzelreiterin Lena Ostrowicki (Niederkassel). Kurz vor der Dressur ereilte ihr Pony Aircraft das Verletzungspech.
Das beste Dressurergebnis erzielte die dänische Reiterin Bianca Walton mit Noerlunds Cape Town (42,6), gefolgt von Edith Chardon, der Tochter des niederländischen Vierspännerfahrers Ijsbrand Chardon, mit Bovenheigraaf S Carlo (43,6) und Sophie How mit Hotshots vom Gastgeberland Großbritannien (44,0).
Samstag - 31.Juli 2010
Bishop Burton/GBR (fn-press). Dem Ruf ihrer Heimat als beste Vielseitigkeitsnation der Welt wurden heute die englischen Ponyreiter gerecht. Bei den Europameisterschaften in Bishop Burton lieferte das britische Buschreiter-Quartett eine Meisterleistung ab und übernahm damit die Führungsrolle vor dem abschließenden Springen. Die deutsche Mannschaft fiel auf Platz zwei zurück, in der Einzelwertung hält allerdings Marisa Braig (Niederbiegen) mit Andy die Spitzenposition. Das belgische Team liegt nach Dressur und Gelände auf Bronzekurs
Die deutsche EM-Debütantin Saskia Wasserberg (Rhauderfehn) mit Lady Leslie machte bei der heutigen Geländeprüfung den "Pathfinder" nicht nur fürs deutsche Team, sondern auch für die übrigen 48 Titelbewerber. In einer schnellen Zeit, jedoch mit einem Vorbeiläufer am "Coffin" kam sie mit 22,4 zusätzlichen Strafpunkten ins Ziel (Zwischenstand 89,5 Minuspunkte). "Das Coffin war ein bisschen schwierig aus einer Linkswendung anzureiten und während des Coffins musste die Richtung nochmal verändern. Wenn man nicht aufpasste, liefen die Ponys schnell einmal am Aussprung vorbei", sagte Bundestrainer Fritz Lutter (Warendorf) und ließ die beiden nachfolgenden Teamreiterinnen die Alternative wählen. So kam Flora Reemtsma (Groß Walmstorf) mit Pamira LK mit nur 2,4 Zeitstrafpunkten ins Ziel und belegt damit Rang sechs in der Einzelwertung (52,4). Michelle Mothes (Rodewisch) mit Twobits hatte zwar am Coffin keine Probleme, kassierte allerdings eine Verweigerung am "Arrowhead" und viele Zeitfehler. "Der Schecke zog heute von Anfang nicht wie gewohnt", sagte Lutter. Mit 55,2 Minuspunkten büßte die 14-Jährige ihre gute Position nach Dressur ein (99,8). Dafür, dass das deutsche Team dennoch den zweiten Platz behaupten konnte, sorgte Schlussreiterin Marisa Braig (Niederbiegen) mit dem bewährten Andy. Um in der Zeit zu bleiben, ging sie überall und erfolgreich den geraden Weg, kam damit ohne Strafpunkte ins Ziel und setzte sich damit auch in der Einzelwertung an die Spitze (44,5).
Einen Versuch, ihre gute Ausgangslage nach Dressur durch einen schnellen Ritt zu sichern, unternahm auch die deutsche Einzelreiterin Stefanie Bendfeldt (Stöttwang) mit Dara. Dabei unterlief auch ihr ein Fehler am Coffin (76,0). "Der Versuch war es wert, den geraden Weg zu nehmen. Nur so hatte sie die Chance, ihr Dressurergebnis gegebenenfalls zu halten. Schade, dass es nicht geklappt hat, das hätte den dritten Platz bedeutet", sagte Fritz Lutter.
Die Einzigen, die auf dem Kurs generell keine Probleme hatten, waren die englischen Paare. Drei der britischen Teamreiter kamen strafpunktefrei ins Ziel, nur eine Reiterin musste ein paar Zeitfehler in Kauf nehmen. Damit ging die Mannschaft mit über 30 Punkte in Führung, in der Einzelwertung positionierten sich die vier unter den ersten Sieben. Die meisten anderen Nationen zogen eine schlechtere Bilanz. Von ursprünglich neun Mannschaften blieben nur fünf mit drei und mehr Paaren "im Rennen". 13 Paare schieden im Kurs aus, darunter die nach Dressur noch auf Platz zwei rangierende Edith Chardon, Tochter des zweimaligen Weltmeisters im Vierspännerfahren, Ijsbrand Chardon (Niederlande). Zwei Mal musste die Prüfung nach Stürzen angehalten werden. "Stürze sind im Ponysport eher selten. Das zeigt aus meiner Sicht, dass die Anforderungen bei dieser EM über das übliche Limit gingen. Unsere Reiterinnen konnten ja gut mithalten und ich bin sehr stolz auf sie. Aber es gab schon Nationen, die sich heute schwer taten. Damit will ich nicht die Erfolge der englischen Paare schmälern, die sehr routiniert geritten sind und super Leistungen gebracht haben. Sie werden damit, wenn alles gut geht, morgen verdiente und würdige Europameister. Aber im Sinne des Sports würde ich mir fürs nächste Jahr doch für alle wieder angemessenere Bedingungen wünschen."
Sonntag - 1.August 2010
Bishop Burton/GBR (fn-press). Marisa Braig (Niederbiegen) ist neue Europameisterin der Pony-Vielseitigkeitsreiter. Bei den EM in der Vielseitigkeitshochburg England gewann die 15-jährige Baden-Württembergerin Gold vor der Britin Grace Walker mit Noble Springbok und der Irin Sarah O'Brien mit Ice Cool Bailey. Den Titel in der Mannschaftswertung holte sich mit großem Abstand das Team von Gastgeber Großbritannien vor Deutschland und Belgien.
Mit ihrem Sieg trug Marisa Braig maßgeblich zum Gewinn der Silbermedaille ihres Teams bei. Sie kam mit nur 44,5 Minuspunkten aus der Dressur, drehte eine von wenigen Nullrunden durch das anspruchsvolle Gelände rund um das College in Bishop Burton und übernahm damit bereits vor dem Springen die Führung. Im Parcours selbst profitierte sie als letzte Starterin von einem Abwurf ihrer Vorreiterin Grace Walker. Dank dieser Vorlage hatte auch sie einen Fehler gut. "Das war ihr Glück, denn beim Einsprung der Zweifachen hatte auch sie einen Abwurf ", berichtete Bundestrainer Fritz Lutter (Warendorf). Marisa Braig kam auf ein Endergebnis von 48,5 Minuspunkten und blieb damit vor ihrer britischen Verfolgerin (50,9). Mit nur einem Zehntel Abstand hinter Walker belegte die Irin Sarah O'Brien dank einer Nullrunde im Springen den dritten Platz (51,0). Für die Ponys der drei Reiterinnen bedeutete die Medaillenzeremonie indes nichts Neues. Noble Springbok stand bereits 2005 (Silber mit Laura Collet), 2006 und 2007 (Silber beziehungsweise Gold mit Libby Soleil) hinter dem Treppchen und Ice Cool Bailey holte auch im Vorjahr die Bronzemedaille - mit Joseph O'Brien. Mit dem jetzt 15-jährigen Westfalen Andy v. Amarillys Sensation gewann schon Niklas Hebing 2003 Mannschaftsgold, Valeska Hauptmann 2007 Doppel-Silber und im vergangenen Jahr gehörte er mit seiner jetzigen Reiterin erneut dem Europameister-Team an.
Damit waren Marisa Braig und Andy die Routiniers im deutschen Team. Flora Reemtsma (Groß Walmstorf) mit Pamira LK, Saskia Wasserberg (Rhauderfehn) mit Lady Leslie und Michelle Mothes (Rodewisch) mit Twobits betraten mit der EM dagegen Neuland. Gemeinsam kam man auf ein Endergebnis von 198,4 Minuspunkten. Gegen die dominierenden Briten - alle vier Teamreiter kamen ohne Hindernisfehler ins Ziel der Geländestrecke und beendeten die gesamte Prüfung mit Ergebnissen zwischen 50,9 und 55,9 Minuspunkten - kamen sie damit allerdings nicht an. Die Gastgeber siegten mit einem Endstand von nur 157,1 Minuspunkten, die Belgier sicherten sich mit 212,5 Minuspunkten die Bronzemedaille.
Nach Marisa Braig kam aus deutscher Sicht die gerade erst 13 Jahr alt gewordene Flora Reemtsma mit den Anforderungen der EM am besten zurecht. Nach einer ordentlichen Dressur drehte sie eine schnelle und fehlerfreie Geländerunde und landete mit einem Springfehler schließlich auf Platz acht (56,40). Saskia Wasserberg machte als schwächste Dressur-, aber starke Geländereiterin den "Pathfinder" fürs deutsche Team, lieferte mit einer Verweigerung ihren Teamkollegen wichtige Informationen und beendete mit einem Abwurf im Springen die EM auf Platz 29 (93,5). Drei Plätze dahinter landete Michelle Mothes mit dem Schecken Twobits. Nach Dressur noch auf einem aussichtsreichen vierten Platz, kostete sie eine Verweigerung im Gelände wertvolle Punkte. Zum Trost drehte sie als einzige Deutsche eine Nullrunde im Parcours, blieb aber dennoch mit 99,5 Minuspunkten am Ende das Streichergebnis.
Die deutsche Einzelreiterin Stefanie Bendfeldt (Stöttwang) mit Dara beendete die EM auf Platz 21. Nach einer guten Dressur hatte sie im Hinblick auf eine mögliche Medaille im Gelände alles riskiert und dabei einen Vorbeiläufer am Coffin kassiert. Ein Abwurf im Springen erhöhte ihren Kontostand auf exakt 80,0 Minuspunkte. Die zweite deutsche Einzelreiterin Lena Ostrowicki (Niederkassel) mit Aircraft war noch vor der Dressur ausgefallen.
Bericht: Uta Helkenberg/FN-Press
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