Über die Alb nach Kentucky

Auch der Brite Oliver Townend nutzt das Marbacher Weltcup-Turnier

"Ken-tah-ten" - "Land der Zukunft" nannten die Irokesen das heutige Kentucky. Und genau dahin blickt die weltweite Elite im Sattel in diesen Monaten. Der für seine Vollblutpferde-Zucht berühmte US-Bundesstaat ist Schauplatz der Weltreiterspiele vom 25. September bis 10. Oktober 2010. Die gesamte Saisonplanung der Weltbesten ist darauf ausgerichtet, Deutschlands Buschreiter wollen dort ihren in Aachen gewonnen Titel verteidigen.

Und gerade die Internationale Marbacher Vielseitigkeit vom 7. bis 9. Mai 2010, in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal Station des Weltcups, spielt dabei eine wichtige Rolle. Zum einen eben wegen der so wichtigen Weltcup-Punkte, zum anderen, weil der Drei-Sterne-Auftakt (CIC***) im hügeligen Terrain des baden-württembergischen Haupt- und Landgestüts terminlich optimal liegt. "Dank des hervorragenden Bodens ist das Geläuf bei allen Wetterbedingungen bereitbar. Noch dazu bietet der Allwetterboden im großen Stadion optimale Bedingungen", lobt Bundestrainer Hans Melzer. Und fügt hinzu: "Marbach ist einfach ein Topturnier, das zu Saisonbeginn für den nötigen Konditionsschub sorgt und deshalb aus unserem Kalender nicht mehr wegzudenken ist".

Olympiasieger, Welt- und Europameister

Und natürlich schauen die Nationaltrainer - und nicht nur die deutschen - im Jahr des großen Championats besonders genau hin. Entsprechend liest sich die Starterliste sicher auch in diesem Jahr wie das Who is Who der Buschszene. Beileibe nicht nur Reiter aus dem Inland - für die deutschen Berufsreiter geht es unter anderem um Meisterehren - stehen darauf. Lange vor nominellem Nennungsschluss lagen Zusagen von Spitzenreitern aus ganz Europa vor.

Selbst aus Großbritannien, wo eine Woche vor dem Event auf der Schwäbischen Alb der Vier-Sterne-Klassiker Badminton, die wohl schwierigste Vielseitigkeit der Welt, auf dem Programm steht. In Marbach starten wird beispielsweise Oliver Townend, der Badminton- und Burghley-Sieger von 2009 und Mannschafs-Europameister von 2007. Prominenter geht's nicht.

Selbstverständlich sind auch die ViP's aus Deutschland am Start, allen voran Michael Jung, der Profi aus Baden-Württemberg, der im letzten Jahr mit dem Sieg im Weltcup-Finale und dem Gewinn der EM-Bronzemedaille in Fontainebleau die Saison so sensationell beendete. Er meldet seinen Anspruch auf einen Platz in der deutschen Equipe für Kentucky ebenso an wie Dirk Schrade. Der in Gomadingen, also ganz in der Nähe Marbachs aufgewachsene und mittlerweile in Westfalen lebende Banker und Berufsreiter sattelt zwar Anfang Mai in Badminton, will aber auch seine Fans in der alten Heimat nicht enttäuschen. Auch er gehört zum Favoritenkreis, immerhin hat er zu Saisonbeginn mit dem Angloaraber Gadget de la Cere die Drei-Sterne-Vielseitigkeit (CIC***) im portugiesischen Barroca d'Alva gewonnen.

Viel Neues auf der Drei-Sterne-Strecke

Sie alle wissen, dass die vom renommierten Parcoursbauer Gerd Haiber konzipierten Kurse zwar anspruchsvoll, aber auch einladend und fair gebaut sind. Jahr für Jahr versteht es der Hechinger, der nicht nur bereits für internationale Geländestrecken bis hin zu Europa-Championaten der Nachwuchsreiter verantwortlich zeichnete sondern beispielsweise auch im Herbst 2010 als Technischer Delegierter der Drei-Sterne-Prüfung in Ferry Hill/USA engagiert wurde, die vierbeinigen Stars zu motivieren. Auch für die diesjährige Auflage der Marbacher Vielseitigkeit hat sich Haiber, der mit Wolfgang Leiss und Alexander Dehio an der Spitze des Turnierteams steht, einiges einfallen lassen. Zwar ist die Streckenführung der Weltcup-Prüfung nahezu identisch mit der des Vorjahres, aber mehr als ein Dutzend Hindernis-Komplexe werden derzeit neu gebaut. Seit dem ersten März-Wochenende ist der bewährte "Marbacher Bautrupp" unermüdlich im Einsatz.

Geländesport an zwei Tagen

Beste Bedingungen sind also garantiert, wenn Anfang Mai wieder Pferdefans aus nah und fern - 2009 säumten pro Tag mehr als 5.000 Zuschauer die Geländestrecken - auf die Alb pilgern. Sie können sich auf zwei Tage rasanten Sport über feste Hindernisse freuen: Während die Teilnehmer an der Drei-Sterne-Prüfung und Europas Top-Ponyreiter - Teams aus Italien, Österreich, der Schweiz, Slowenien, Frankreich, Liechtenstein und Deutschland tragen den ersten Pony Alpencup in Marbach aus - am Samstagnachmittag ins Gelände gehen, steht für Baden-Württembergs Busch-Elite der zu ihrer Landesmeisterschaft zählende Geländekurs am Sonntagnachmittag auf dem Programm. Alles in allem geht es in Marbach neben Punkten, Schärpen und Schleifen um ein Gesamt-Preisgeld von rund 20.000 Euro. Klar, dass in Marbach auch das Rahmenprogramm vom Feinsten ist. Die Show-Einlage des Haupt- und Landgestüts ist längst ebenso Tradition wie die Verkaufsschau des Pferdezuchtverbands Baden-Württemberg. Und während am Samstagabend wie in jedem Jahr Party-Time ist, lädt der Veranstalter am Freitagabend zu einem Vortrag von Baden-Württembergs Zuchtleiter Gert Gussmann mit dem vielversprechenden Titel "Zucht für den Busch" mit anschließender Podiumsdiskussion ein.

Die Ticketpreise auf einen Blick:

Freitag: Eintritt frei
Tageskarte Samstag und Sonntag: je 10 Euro
Dauerkarte für beide Tage: 15 Euro


Die Hompage des Marbacher Turniers erreichen Sie mit einem Klick auf das Bild (rechts)!

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