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EM-Junge Reiter: Sonja Buck gewinnt Titel - Team knapp "geschlagen"
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Freitag - 30.Juli 2010
Pardubice/CZE (fn-press). Parallel zu Pony-Europameisterschaften im britischen Bishop Burton tragen die Jungen Reiter ihre Vielseitigkeits-EM in Pardubice in Tschechien aus. Hier liefern sich nach der ersten Teilprüfung Dressur drei Teams mit weniger als drei Punkten Abstand ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Die Nase vorn haben die Schweden (139,27 Minuspunkte) vor Großbritannien (139,45) und Deutschland (141,85).
Das beste Ergebnis für das deutsche Quartett erzielte die zweimalige Deutsche Vizemeisterin Sonja Buck (Pfalzgrafenweiler) mit Ohio. Sie bringt nur 43,7 Minuspunkte aus der Dressur mit und konnte sich damit auch eine gute Ausgangsposition für die Einzelwertung sichern. Besser als baden-württembergische Reiterin waren nur der Franzose Nicolas Astier mit Jhakti du Janlie (42,78) und die Britin Emily Parker mit Treefers (43,15). Ebenfalls den Erwartungen gerecht wurde Freya Füllgräbe (Krefeld) mit Oje Oje. Die DM-Dritte erhielt für ihre Vorstellung 46,30 Minuspunkte (Platz sieben). Unter ihren Möglichkeiten blieb dagegen die Deutsche Meisterin Franziska Roth (Dörpen). "Dictus J stand nicht so gut und hatte ein paar Probleme im Galopp", berichtete Equipechef Hans Melzer (Putensen). Damit kam die Reiterin, die im Frühjahr noch Achte beim CIC*** Wiesbaden geworden war, nicht über 51,85 Minuspunkte (Platz 16) hinaus und musste sich damit noch hinter Einzelreiterin Jana Weyers (Kamp-Lintfort) mit Lardina (50,93/Platz 13) einordnen. Sogar mit einem 48. Platz begnügen musste sich Sabine Deparade (Engersen) mit Khira De. Die 20-jährige Studentin, die in diesem Jahr erstmals in die Fußstapfen ihrer erfolgreichen älteren Schwester Antje Deparade tritt, hat 60,37 Minuspunkte auf dem Konto. "Das ging nicht viel besser, das wussten wir vorher", sagte Bundestrainer Rüdiger Schwarz (Sassenberg). Deparade war noch vor Ort für Franca Lüdeke (Bonn) in die Mannschaft gerückt, deren Parlando kurz nach der Ankunft in Tschechien ausgefallen und nicht zur Verfassungsprüfung vorgestellt .
Samstag - 31.Juli 2010
Pardubice/CZE (fn-press). Nach dem Geländeritt bei den Vielseitigkeits-Europameisterschaften der Jungen Reiter in Pardubice/Tschechien bleiben das britische und deutsche Team auf Tuchfühlung. Mit nur 0,5 Punkten Vorsprung starten die Briten morgen in das abschließende Springen. In der Einzelwertung hat Emily Parker (Großbritannien) mit Treefers vor Sonja Buck (Pfalzgrafenweiler) mit Ohio übernommen.
"Es lief sehr gut für uns", freute sich Equipechef Hans Melzer (Putensen) nach dem Geländeritt. Bereits die erste deutsche Teamreiterin Freya Füllgräbe (Krefeld) bewältigte mit Oje Oje als erste Starterin überhaupt die Geländestrecke ohne Zeit- und Hindernisfehler. Am Ende des Tages rangiert sie mit 46,3 Minuspunkten auf dem vierten Platz. Die zweimalige Deutsche Vizemeisterin Sonja Buck drehte eine gewohnt schnelle Nullrunde und belegt damit den zweiten Platz vor dem Springen (43,7). Zu guter Letzt blieb auch Franziska Roth (Dörpen) mit Dictus J fehlerfrei. Die Deutsche Meisterin war in der Dressur etwas hinter ihren Möglichkeiten geblieben, machte aber mit ihrem souveränen Geländeritt fünf Plätze gut (51,9/Rang elf). Ebenfalls ohne Hindernisfehler kam die Einzelreiterin Jana Weyers (Kamp-Lintfort) mit Lardina ins Ziel (59,3/Platz 18). Pech hatte lediglich die zweite deutsche Teamreiterin Sabine Deparade (Engersen) mit Khira De. Sie wurde vor Hindernis 18 angehalten, kam dabei etwas aus dem Rhythmus und kassierte an der versetzt stehenden Doppelhecke einen Vorbeiläufer. Mit ihrem Ergebnis von 94,3 Minuspunkten liefert sie weiterhin das Streichergebnis der Mannschaft (Platz 37).
Mit ihrem Fehler war Sabine Deparade aber nicht allein. Gerade die Doppelhecken sorgten für mehrere Vorbeiläufer, aber auch das Wasserhindernis (15 a,b,c) hatte es in sich. Nachdem plötzlich drei Reiter nacheinander ein unfreiwilliges Bad nehmen mussten, wurde die Kombination aus der Prüfung genommen. "Die bereits gestarteten Paare erhielten einen Bonus. Wir hätten das - nach Aachen - lieber anders geregelt, aber der Veranstalter wollte diese Lösung", sagte Hans Melzer. Die erste Reiterin, die nach der Herausnahme des Wasserhindernisses an den Start ging, war die nach Dressur Zweite Emily Parker. Sie profitierte damit einerseits von der Entscheidung der Verantwortlichen, andererseits hatte sich ihr Einsatz um längere Zeit verzögert. Die Nerven der Britin hielten Stand und sie kam strafpunktfrei ins Ziel. Nachdem später auch noch "Dressursieger" Nicolas Astier (Frankreich) mit Jhakti du Janlie im Gelände ausscheiden musste, rückte sie mit 43,1 Minuspunkten auf Platz eins vor.
Auf dem vierten Platz liegt nach Dressur und Gelände der Schwede Hannes Melin mit Gaston KLG (47,3), gefolgt von der Badminton und Aachen erprobten britischen Teamreiterin Emily Llewellyn mit Society Spice (46,1). Titelverteidigerin Laura Collet, ebenfalls Großbritannien, belegt mit Fernhill Cristal vor dem Springen Platz zehn (51,4).
Sonntag - 1.August 2010
Pardubice/CZE (fn-press). Am Ende schrumpfte der Vorsprung zwar auf ein Zehntel zusammen, doch die Briten behielten die Nase vorn. Sie holten bei den Vielseitigkeits-Europameisterschaften der Jungen Reiter im tschechischen Pardubice Gold vor Deutschland und Schweden. Als beste Deutsche gewann Sonja Buck (Pfalzgrafenweiler) mit Ohio die Bronzemedaille.
Noch zu Beginn gestalteten sich die Europameisterschaften als enges Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Großbritannien, Deutschland und Schweden. Keine drei Punkte trennte die drei Teams nach der Dressur. Nach dem Geländeritt, der kreuz und quer über das berühmte Pardubicer Rennbahngelände führte, setzten sich Großbritannien und Deutschland dann aber vom restlichen Feld ab. Die Briten brachte alle vier Teamreiter ohne Hindernisfehler ins Ziel, für die deutsche Mannschaft drehten Sonja Buck (Pfalzgrafenweiler) mit Ohio, Freya Füllgraebe (Krefeld) mit Oje Oje und Franziska Roth (Dörpen) mit Dictus J souveräne Nullrunden. Lediglich die vierte Teamreiterin Sabine Deparade (Engersen) musste eine Verweigerung in Kauf nehmen, nachdem sie angehalten worden war und dadurch etwas den Rhythmus verloren hatte. Im abschließenden Springen mussten sich beide Teams je acht Strafpunkte für Abwürfe hinzuaddieren lassen. Damit kam Großbritannien auf 149,8, Deutschland auf 148,8 Minuspunkte. "Wir hätten durch einen Protest vielleicht sogar noch gewinnen können", sagte Equipeechef Hans Melzer (Putensen). So hatte die britische Reiterin Emily Llewellyn im Springen einen Oxer "umgeworfen" und war anschließend einfach im Schritt darüber hinweggeritten. "Dafür hätte man sie eigentlich abläuten müssen", sagte Melzer. Der deutsche Cheftrainer der Vielseitigkeitsreiter verzichtete jedoch auf den Einspruch. "Das ist nicht unsere Art, eine Medaille zu gewinnen" sagte er. Anders sahen das die Italiener, die mit 190,1 Minuspunkten auf Rang vier lagen. Sie monierten, dass die Schweden ihrem Mannschaftsreiter Christofer Forsberg durch lautes Zurufen davon abgebracht hätten, mit seinem Pferd Grafman ein falsches Hindernis im Parcours zu nehmen. Dem Einwand wurde allerdings nicht stattgegeben und so durften zu guter Letzt die Schweden die Bronzemedaille in Empfang nehmen (184,3 Minuspunkte).
In der Einzelwertung landete die Britin Emily Parker mit Treefers einen Start-Ziel-Sieg. Sie beendete die EM mit ihrem Dressurergebnis von nur 43,1 Minuspunkten. Ebenfalls ohne Fehler im Cross und Springen blieb der Schwede Hannes Melin mit Gaston KLG (43,9) und überrundete damit die bis dahin auf Silberrang liegende Sonja Buck. Die 20-jährige Studentin, die in Pardubice ihre letzte EM als Junge Reiterin bestritt, musste im Parcours einen Abwurf verzeichnen und holte Bronze. Ebenfalls einen Springfehler leistete sich Freya Füllgräbe, konnte sich aber dennoch ihren vierten Platz erhalten (50,3). Fünf Plätze nach oben kletterte dagegen Franziska Roth. Nach einem etwas enttäuschenden Beginn in der Dressur hatte die Deutsche Meisterin weder im Gelände, noch im Springen Fehler gemacht und wurde Siebte (51,9).
Mit einer Nullrunde im Parcours nahmen auch für EM-Debtütantin Sabine Deparade die Tage in Pardubice ein versöhnliches Ende, auch wenn sie mit ingesamt 94,8 Minuspunkten nicht über Platz 34 hinauskam. In die Top 20 schaffte es dagegen Einzelreiterin Jana Weyers (Kamp-Lintfort) bei ihrer Championatspremiere. Zwar hattte sie mit Lardina zuletzt einen Abwurf im Springen, konnte sich aber ihrer Dressur einer guten Geländerunde auf Platz 16 behaupten (63,30). Insgesamt bewarben sich 64 Paare um den Titel, von denen allerdings fast ein Drittel die Prüfung nicht beendete. 14 Nationen stellten ein Team.
Bericht: Uta Helkenberg/FN-Press
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