EM Vielseitigkeit Junioren Bad Segeberg: Doppel-Gold und Silber für Deutschland
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Alle Berichte von Uta Helkenberg / FN-Press
Bad Segeberg (fn-press). Bei den Vielseitigkeits-Europameisterschaften in Bad Segeberg hat das deutsche Junioren-Team mit Ben Leuwer (Königswinter) mit Cappuccino, Josephine Wilms (Bergkamen) mit Corvette D, Dustin Albrecht (Lünen) mit Locsley und Alina Meister (Löptin) mit Hill Dream AA die Mannschafts-Goldmedaille gewonnen. Letztere besiegelte mit einer Nullrunde im Parcours zugleich den Titelgewinn in der Einzelwertung vor der deutschen Einzelreiterin Celina Nothofer (Kamp-Lintfort) mit Simba. Die Bronzemedaille ging außer Landes. Diese durfte sich der Brite Tim Rogers mit Corrieview Express umhängen lassen. In der Teamwertung gewann Frankreich Silber vor der "Squadra Azzura" aus Italien.
"Ich war vorher super aufgeregt, doch dann habe ich gesagt, Hilly, wir reiten jetzt nur zum Spaß", sagte Alina Meister nach ihrem Ritt. Offensichtlich hatte ihr Schimmel die Aufforderung verstanden, machte keinen Fehler und verhalf seiner Reiterin damit zu zwei Goldmedaillen auf einmal. Nur 39,00 Punkte - ihr Dressurergebnis - hatte die Löptiner Lokalmatadorin am Ende auf dem Konto. "Da muss ich noch eine Nacht drüber schlafen, bevor ich das glauben kann", sagte sie.
"Opa, den hast Du super gezüchtet!" Der erste Gratulant für Celina Nothofer kam von ihrem Großvater, dem Züchter ihres Erfolgspferds. Aus seiner Zucht stammt auch dessen Larissa, mit dem sie im vergangenen Jahr Bronze bei den EM holte. "Celina und Larissa waren eines von drei Spitzenpaare, die uns in diesem Jahr kurzfristig ausgefallen sind", sagte Equipechef Matthias Otto-Erley (Sprockhövel). So konnten weder die Titelverteidigerin Marie Kraack (Eutin), noch die Deutsche Meisterin Carolin Thenhausen (Westergellersen) in Segeberg an den Start gehen. "Wir sind daher mit etwas 'gebremstem Schaum' hergefahren. Mit dem Ergebnis sind wir daher natürlich um so zufriedener", so Otto-Erley.
Wie kurz darauf Alina Meister als letzte Starterin blieb auch Celina Nothofer im Parcours fehlerfrei (Endstand 39,6). Dagegen leistete sich der bis dahin mit ihr gleichauf liegende Schlussreiter des deutschen Teams, Dustin Albrecht, zwei Abwürfe und fiel damit Platz fünf zurück. Fast hätte es dagegen trotz eine Fehlers für Lara Adelhelm (Kirchberg) noch zu einer Medaille gereicht. So beendete die Württtembergerin ihre EM-Premiere punktegleich mit dem Briten Tim Rogers (46,3) und musste diesem wegen des "schlechteren" Geländeergebnisses den Vortritt lassen. Beide waren fehlerfrei ins Ziel gekommen, sie war aber mit dem selbst gezogenen Württemberger Gentano vier Sekunden schneller als der Brite, der in diesem Fall näher an der erlaubten Zeit war. Mit ihren Platzierungen machten sich sowohl Nothofer, als auch Adelhelm selbst die schönsten Vorab-Geburtstagsgeschenke: Beide feiern Ende August ihren 18.
Lediglich zwei Zeitfehler gingen auf das Konto der Jüngsten im Team, Josephine Wilms (Bergkamen) mit Corvette D. Wilms, vor zwei Jahren Siegerin im Bundesnachwuchschampionat, schloss sich mit 48,0 Minuspunkten direkt an ihre Kollegen an (Platz sechs).
Insgesamt gingen 74 Paare aus 18 Nationen in Bad Segeberg an den Start, darunter zehn deutsche Paare. Von diesen musste der deutsche Teamreiter Ben Leuwer als Erster ins Springen. Wegen seiner missglückten Dressur (63,5) lieferte er zwar das Streichergebnis für die Mannschaft, machte aber seine Ankündigung wahr "jetzt wenigstens mit diesem Ergebnis zu beenden." (Platz 25). Je zwei Mal fingen die Stangen bei Sarah Schuler (Egenhausen) mit Uso, einmal ausgerechnet am letzten Hindernis. Sie landete damit auf Platz zwölf (51,50). Ebenfalls mit zwei Abwürfen kam Liza Balduff (Twistetal) mit Pinot aus dem Parcours und beendete ihre EM-Premiere auf dem 20. Platz. Je zwölf Strafpunkte mussten sich die zweite Holsteiner Reiterin, Nele Spiering (Elmhorst) mit Mayenne (63,8) und Christian Wahler (Bad Bevensen) mit Federleicht anrechnen lassen (61,7). Sie belegten damit die Plätze 27 beziehungsweise 24.
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EM Vielseitigkeit Junioren in Segeberg: Deutsche Junioren weiter aúf Goldkurs
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Bad Segeberg (fn-press). Auch nach dem zweiten Teil der Vielseitigkeits-Europameisterschaften in Bad Segeberg, dem Geländeritt, bleibt das deutsche Juniorenteam unverändert auf Goldkurs (Zwischenstand 124,5 Minuspunkte). Eine kleine Veränderung gab es lediglich an der Spitze der Einzelwertung. Hier überrundete Teamreiterin Alina Meister (Löptin) mit Hill Dream AA mit einer Nullrunde die nach Dressur noch führende Celina Nothofer (Kamp-Lintfort) mit Simba. Diese teilt sich nun gemeinsam mit dem deutschen Schlussreiter Dustin Albrecht (Lünen) mit Locsley den zweiten Platz. Während alle deutschen Reiter ohne Hindernisfehler den EM-Geländekurs bewältigten, gelang dies nur einem Reiter des britischen Teams. Die Briten fielen damit vom zweiten Platz nach Dressur auf den neunten Platz (176,9) im Zwischenstand zurück. Für sie rückten die Franzosen nach, die sich ganze zwei Strafpunkte zu ihrem Dressurergebnis hinzuaddieren lassen mussten (137,3) und mit Einzelreiterin Marie Betrand mit Monsegneur Barboti auch die Viertplatzierte in der Einzelwertung stellen. Vor dem abschließenden Springen auf Bronzekurs rangieren die Reiter aus Italien (148,2).
Rund 4.000 Zuschauer erlebten am Samstag im Segeberger Erholungsgebiet Ihlwald einen für die deutschen Reiter äußerst erfolgreiche Geländeprüfung. Alle vier Teamreiter mussten sich keine Fehler anrechnen lassen. "Ich bin super zufrieden. Ich bin genau nach Order geritten", sagte der erste Mannschaftsreiter Ben Leuwer (17, Königswinter), der nach einer verkorksten Dressur vom 62. Platz ins Gelände startete. "Nach Order", das bedeutete das Einschlagen der alternativen Route am ersten Wasserhindernis und am Coffin. Dafür wurde Leuwer zunächst eine Verweigerung angekreidet, doch später wieder gestrichen (Zwischenstand 63,5). Der Weg war - wie sich alsbald herausstellte - regelkonform. Dem Beispiel Leuwers, der trotz der langen Wege fast 20 Sekunden unter der erlaubten Zeit ins Ziel gekommen war, folgten alle seine Teamkollegen. Allen voran Alina Meister, die sich mit ihrer Nullrunde mit Hill Dream AA die Spitzenposition eroberte (39,0). "Ich konnte ihn kaum halten", rief die 18-Jährige schon im Zieleinritt. "Er war richtig heiß, aber wenn es darauf ankam, war er wieder voll beim mir", sagte sie später zu ihrem Ritt und ergänzte: "Hilly ist das beste Pferd der Welt." Fehlerfrei ins Ziel kamen auch die übrigen Teamreiter, beide vom Verein Lützow Selm-Bork-Olfen. Josephine Wilms (16, Bergkamen) rückte damit auf den 13. Platz vor (46,0). Der 17-jährige Dustin Albrecht, der kurz vor Ende der Prüfung noch einmal Gas gab ("Nach Sprung sechs bin ich es dann ruhiger angehen lassen") rangiert vor dem abschließenden Springen punktegleich mit der deutschen Einzelreiterin Celina Nothofer auf Platz zwei (je 39,6). Nothofer, die mit nur 35,2 Minuspunkten nach Dressur in Führung lag, benötigte mit dem selbst gezogenen Simba elf Sekunden länger als erlaubt, um ins Ziel zu kommen. "Er hätte es sicher gekonnt. Aber ich ärgere mich nicht, denn Simba ist ja erst sieben Jahre alt", sagte die 17-Jährige im Ziel. Im vergangenen Jahr in Waregem holte sie mit dessen Halbschwester Larissa die Bronzemedaille. Ob es in diesem Jahr wieder zur Medaille reicht? "Simba kann im Springen null gehen - wenn ich die Nerven behalte und den richtigen Rhythmus finde", wagte die Rheinländerin eine vorsichtige Prognose.
Weiter in den Top Ten rangieren nach dem Geländetag die beiden baden-württembergischen Reiterinnen im deutschen Team. Lara Adelhelm (17, Kirchberg) mit Gentano, einem selbst gezogenen Sohn des Marbacher Landbeschälers Gardez, rangiert mit 42,3 Minuspunkten weiterhin auf Platz acht. Neunte vor dem Springen ist Sarah Schuler (17, Egenhausen) mit Uso. Sie kam eine Sekunde zu spät ins Ziel (43,5). "Zwischendurch war ich sogar mal 30 Sekunden unter der Zeit, da habe ich es am Ende wohl etwas zu ruhig auslaufen lassen", erklärte sie ihren kleinen Fauxpas. Innerhalb der erlaubten Zeit kamen Liza Balduff (16, Twistetal) mit Pinot (48,5/Platz 19) und Nele Spiering (17, Elmenhorst) mit Mayenne (48,8/Platz 21) ins Ziel und konnten damit einige Plätze gutmachen. Christoph Wahler (16, Bad Bevensen) erhielt sich trotz 1,6 Zeitstrafpunkten mit Federleicht seinen 23. Platz (49,7). Die Entscheidung in Mannschafts- und Einzelwertung fällt im morgigen Springen nach der vorangegangenen Verfassungsprüfung.
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EM Junioren Vielseitigkeit Bad Segeberg: Deutsche Mannschaft führt nach Dressur
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Bad Segeberg (fn-press). In Bad Segeberg ist heute die Dressurprüfung als erster Teil der Junioreneuropameisterschaften Vielseitigkeit zu Ende gegangen. Obwohl es zunächst anders aussah, triumphierten am Ende die Deutschen und liegen vor dem Geländeritt und dem abschließenden Springen in der Teamwertung vorne. Darüber hinaus führen mit Celina Nothofer (Kamp-Lintfort) mit Simba, Alina Meister (Löptin) mit Hill Dream AA und Dustin Albrecht (Lünen) mit Locsley drei deutsche Junioren das 74 Teilnehmer zählende Starterfeld an.
Zunächst hatte es allerdings nicht nach einem deutschen Erfolg ausgehen. Der erste deutsche Teamreiter Ben Leuwer (Königswinter) brauchte im Viereck sein ganzes Können, um sein Pferd in der Spur zu halten. "Cappuccino war schon beim ersten Test auf dem Platz hier ein bisschen grellig. Als ich allerdings auf den Vorbereitungsviereck kam, war er noch relativ relaxed - bis der Beifall für den schwedischen Reiter vor mir kam. Und beim Einsetzen der Musik war dann alles zu spät. Ich konnte da nichts anderes machen, als ihn ganz vorsichtig zu Ende reiten, sonst wäre er 'explodiert'. Schade, als erster Reiter sollte man ja eine gute Vorleistung fürs Team bringen. Enttäuscht bin ich natürlich auch sehe, dass hier sehr hohe Noten gegeben werden. Wenn alles gut gegangen wäre, dann hätte das eine 'kleine 40' statt einer kleinen '60' geben können", sagte Leuwer. Noch ist die für den 17-jährigen zweimaligen Pony-Mannschaftseuropameister die EM nicht zu Ende. "Richtig nach vorne damit kommen, kann man sicher nicht mehr. Mein Ehrgeiz ist aber jetzt geweckt, mit diesem Ergebnis wenigstens auch zu beenden."
"Schade für Ben. Er hat das Beste aus der Situation gemacht", sagte Einzelreiterin Celina Nothofer mitfühlend. Für sie selbst und den selbst gezogenen siebenjährigen Simba lief es auf dem Viereck deutlich besser. Sie übernahm mit nur 35,2 Minuspunkten die Führung. "Mit dem Ergebnis habe ich aber nicht gerechnet. Meine Dressurtrainerin Merry Ingensand meinte zwar, dass eine Note von Ende 30 drin ist. Aber eine 35,2?", sagte die 17-Jährige. Sie betonte aber auch "Dressur ist einfach Simbas Stärke." Mit ihrer Note übertrumpfte sie die zweite deutsche Teamreiterin Alina Meister mit Hill Dream AA, die bis dahin mit einer glatten 39,0 an erster Stelle gelegen hatte. "Ich hatte noch nie ein Ergebnis unter 40 Minuspunkten. Dass es genau hier passiert, ist natürlich toll", freute sich schleswig-holsteinische Reiterin. Sie geht in Bad Segeberg die Rolle der Lokalmatadorin, was für sie zugleich Druck und Motivation bedeutet? "Es ist von jedem ein bisschen was. Man muss das so für sich umwandeln, nicht denken 'oh Gott, jetzt gucken alle', sondern es als Ansporn betrachten."
Nach dem Motto "Jetzt erst recht" folgten die beiden weiteren Teamreiter Josephine Wilms (Berkamen) mit Corvette D und Schlussreiter Dustin Albrecht Meisters Beispiel und sorgten mit ihren Ergebnissen für einen deutschen Teilsieg (124,6 Minuspunkte) vor Großbritannien (130,7) und Frankreich (135,3). Josephine Wilms kam als dritte deutsche Teamreiterin auf 46,0 Minuspunkte (Platz 16), Dustin Albrecht unterbot als vorletzter Starter noch einmal die 40er Marke und belegte mit 39,6 Minuspunkten den dritten Platz. "Das Gefühl war heute gut. An den Tagen vorher war es noch nicht hundertprozentig. Auch heute waren noch kleinere Fehler drin, aber mit dem Ergebnis komme ich gut klar", sagte der 17-Jährige schmunzelnd. Erst seit diesem Jahr sitzt der Ponyumsteiger im Sattel von Locsley, den seine Mutter Heidrun Albrecht ihm für die Vielseitigkeit abgetreten hat. Wie seine Kolleginnen wagte er für den Geländetag keine eindeutige Prognose: "Der Kurs ist ziemlich technisch, da wird sich morgen noch einiges tun."
Bis auf Ben Leuwer (63,5/Platz 62) konnten sich alle deutschen Teilnehmer gute Ausgangspositionen für die kommenden Aufgaben verschaffen. Lara Adelhelm (Kirchberg) landete mit dem selbst gezogenen Württemberger Gentano mit 42,3 Minuspunkten Platz acht, dicht gefolgt von ihrer baden-württembergischen Mitstreiterin Sarah Schuler (Egenhausen) mit Uso (43,10/Platz). In den Top 30 beendeten die drei übrigen deutsche Teilnehmer die erste Teilprüfung der EM: Christoph Wahler (Bad Bevensen) mit Federleicht (48,1/Platz 23), Liza Balduff (Twistetal) mit Pinot (48,5/Platz 26) und Nele Spiering (Elmenhorst) mit Mayenne (48,8/Platz 27). Equipechef Matthias Otto-Erley (Sprockhövel) zog daher ein positives erstes Fazit: "Wir sind hier mit zehn deutschen Reitern, von denen neun Bestleistungen gebracht haben. Das ist ein tolles Ergebnis", sagte er und ergänzte: "Aber morgen ist ein neuer Tag!"
Alle Berichte von Uta Helkenberg / FN-Press
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