Andreas Dibowski: „Wir gehören bei der EM zu
den Mitfavoriten um Team- und Einzeltitel!“
|
Der 44-jährige Olympiasieger aus Döhle freut sich auf die EM 2011 vor
der Haustür und kündigt die Karriere-Fortsetzung bis Olympia 2016 an.
Andreas Dibowski, fühlen Sie schon
Vorfreude auf die EM in Luhmühlen
2011?
Andreas Dibowski: „Auf jeden Fall!
Für mich als vor Ort ansässigen Reiter
und Luhmühlener Vereinsmitglied ist
eine Europameisterschaft in Luhmühlen
natürlich noch einmal etwas ganz
Besonderes. Es ist zwar in der Vergangenheit
für mich hier nie besonders gut
gelaufen, so dass ich mir mit diesem
Heimvorteil eigentlich nicht allzu viel
ausrechnen dürfte, aber bei den letzten
beiden Championaten in Kentucky
und Fontainebleau hat es mir auch
nichts genützt, dass es weit in der
Fremde stattfand. Zudem waren meine
letzten beiden CCI-Ergebnisse in Luhmühlen
auch schon deutlich besser als
in den Jahren davor. Also gehe ich mit
Optimismus in die beiden Turniere
2011!“
Zweieinhalb Monate vor der EM findet auch das Vier-Sterne-Turnier statt. Wie sehen
Sie die Situation mit zwei großen Turnieren in einer Saison?
Andreas Dibowski: „Grundsätzlich finde ich das sehr positiv. Es wäre schade, wenn
ein Championat den traditionellen Turnierablauf stören würde. Ein Championat soll
doch ein zusätzliches Highlight sein. Und außerdem bereiten wir uns ja auch traditionell
in Luhmühlen auf die Jahreshöhepunkte vor. Und so soll das auch 2011 sein!“
2011 ist auch das Jahr der großen Veränderungen am Turnierstandort Luhmühlen...
Andreas Dibowski: „Ich bin, ehrlich gesagt, schon sehr gespannt, wie sich der Turnierplatz
2011 in neuem Outfit gestaltet. Das werden wir ja schon beim Vier-Sterne-
Turnier im Juni in Augenschein nehmen dürfen. Zwar haben wir das Ganze schon
mal im Modell sehen dürfen, aber in der Realität wirkt es ja doch meist ganz anders.
Ich gehöre auch zu denen, die froh sind, dass ab sofort die Dressur auf Sand geritten
wird. Dafür habe ich schon seit Jahren gekämpft, weil es mehr Chancengleichheit bei
widrigen Witterungsbedingungen bedeutet. Alle Championate werden auf Sand geritten,
und es käme ja auch keiner auf die Idee, eine Spezial-Dressur auf Gras reiten
lassen zu wollen.“
Gibt Ihr Triumph im Vier-Sterne-Turnier in Pau besonderen Rückenwind?
Andreas Dibowski: „Der Sieg im Vier-Sterne-Turnier in Pau stimmt mich absolut optimistisch.
Und es wurde ja auch mal Zeit, dass es mit einem Vier-Sterne-Sieg klappt!
Es ging dieses Jahr schon mit dem Bundeschampionat gut für mich los und das hat
sich fortgesetzt über die Junge-Pferde-WM in Lion d’Angers bis Pau. Nach Pau bin
ich fast traurig, dass die Saison vorbei ist. Allerdings war ich tatsächlich immer schon
eher ein ‚Herbstreiter’. Ich plane meine Saison zwar sehr akribisch und mache mir
viele Gedanken, aber ich brauche auch den Wettbewerbsbetrieb, um meine Pferde
so richtig in Form zu bringen. Insofern macht der EM-Termin Ende August durchaus
Mut!“
Kann man die letzte EM 1999 in Luhmühlen mit der EM 2011 vergleichen?
Andreas Dibowski: „1999 bin ich nicht mitgeritten, weil mein Pferd kurz vorher ausfiel.
Ich bin zwar durch das Gelände gegangen, aber ich denke generell, dass man
diese EMs nicht vergleichen kann, weil viel auf die Entwicklung eines Geländes verbunden
mit dem jeweiligen Aufbauer ankommt. Insofern kann man eher von den
Vier-Sterne-Turnieren 2009 und 2010 auf die EM rückschließen. Mark Phillips hat mit
seinem Kurs 2010 eine wirklich gute Linie getroffen. Und ich hoffe, dass er das so
durchhält.“
Sind die Deutschen als Gastgeber auch automatisch EM-Favoriten?
Andreas Dibowski: „Wir nehmen inzwischen seit etlichen Jahren eine Favoritenrolle
in diesem Sport ein. In Fontainebleau bei der EM und der WM in Kentucky konnten
wir das als Team nicht ganz ausfüllen. Wenn man aber die internationalen Ergebnisse
der deutschen Reiter betrachtet, gehören wir auf jeden Fall bei der EM 2011 zu
den Mitfavoriten um Einzel- und Mannschaftstitel. Der stärkste Kontrahent ist da England
– das haben die letzten Jahre wieder gezeigt. Wenn die Engländer einen guten
Tag haben, dann brauchen wir schon einen besonders guten, um vor ihnen zu landen.
Zuletzt sind wir mit der Favoritenbürde nicht so gut zurecht gekommen. Beim
letzten Treffen unseres Eventkaders lautete der Tenor daher auch ganz klar, dass
wir uns auf unsere Stärken besinnen wollen und beim Championat genauso selbstbewusst
antreten und unsere Leistung bringen müssen wie in den anderen internationalen
Turnieren.“
Sie haben in der Vergangenheit schon ein paar Mal darüber philosophiert, wie lange
Sie noch im Spitzensport mitmischen...
Andreas Dibowski: „London 2012 habe ich inzwischen ganz fest im Blick. Das ist
ein klares Ziel. Und eigentlich würde ich Rio 2016 dann auch gern noch als krönenden
Abschluss mitnehmen – das wäre zumindest ein Wunsch! Dann wäre ich 50
Jahre alt und das wäre ein perfekter Abschluss für meine Karriere im Leistungssport.
Ich würde nicht mehr weiter machen wollen, wenn mir die Jungen irgendwann auf
der Nase herum tanzen. Aber solange ich weiter konkurrenzfähig bin, mache ich
auch weiter. Ich habe so viel Spaß daran gefunden, junge Pferde auszubilden und in
den internationalen Sport einzuführen. Auch nach dem Leistungssport werde ich sicher
noch weiter aufs Pferd steigen – aber dann mit anderen Zielen.“
Weitere Informationen über Luhmühlen finden Sie auch unter www.luhmuehlen.de [klick]
Sie suchen noch ein Weihnachtsgeschenk?
Der Kartenvorverkauf für die Turniere 2011 hat begonnen: Hotline 04172 – 987771!
Wir sehen uns:
E.ON präsentiert: CCI**** (Wertungsprüfung HSBC FEI Classics™)
CIC*** Milford Trophy (Wertungsprüfung Deutsche Meisterschaft)
16. bis 19. Juni 2011
EUROPAMEISTERSCHAFT der VIELSEITIGKEITSREITER
~ zum fünften Mal ist Luhmühlen Austragungsort einer EM ~
25. bis 28. August 2011
|